«Zehn Gebote Vol. 2» ist ein Kunstwerk von Frank und Patrik Riklin. Es ist eineTonne schwer, aus zehn Sandsteinplatten geschaffen und versteht sich als sinnhafter Kompass für eine Gesellschaft im Wandel.
Zehn Gebote Vol. 2
– Die Story
Die «Zehn Gebote Vol. 2» (2020) sind das Destillat aus zehn Jahren künstlerischer Arbeit an der Schnittstelle von Kunst, Alltag, Gesellschaft und Ökonomie: zehn Thesen, die das Streben der Riklin-Brüder, ihre künstlerische DNA und ihre Arbeitsweise zur Herstellung neuer Wirklichkeiten formulieren.
Akt 1: Die Meisselung
Entstanden ist das Werk im Sommer 2020 (22. Juni–1. Juli) vor dem Kloster St. Gallen. Die Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin meisselten während zehn Tagen die in Englisch verfassten Gebote in massive Sandsteinplatten. Mehr als 50 Gebotswächter bewachten die Steine in den Nächten.
Öffentliche Meisselung: Frank und Patrik Riklin hauen vor dem Kloster St. Gallen ihre zehn Thesen zur Transformation in zehn Sandsteinplatten, Juni 2020 (Foto: Geri Born)
Akt 2: Die Wässerung
Wenig später setzten die Riklin-Brüder das schwergewichtige Kunstwerk gemeinsam mit Komplizinnen und Komplizen mitten im Zürcher Finanzdistrikt im Schanzengraben aus. Ein vorsätzlich subversiver Akt, der am gängigen Wirtschaftsdenken rütteln sollte.
Unbewilligtes Steinmanöver: Am 9. Juli 2020 wurden die zehn Steinplatten mit einem Gesamtgewicht von rund einer Tonne von St.Gallen nach Zürich transportiert, um sie im Schanzengraben zu versenken und der Bevölkerung zu überlassen. (Foto: Philipp Jeker)
Foto: Atelier für Sonderaufgaben
Akt 3: Das Kunstasyl
Die Behörden zeigten jedoch kein Verständnis für die Kunstaktion und ordneten mit Hinweis auf den Gewässerschutz die Entfernung der Steinplatten an. Rund einen Monat später fischten die Riklin-Brüder und ihre Komplizinnen und Komplizen das unerlaubt versenkte Kunstwerk wieder aus dem Wasser und zogen damit durch die Stadt Zürich. Öffentlich suchten sie daraufhin einen Ort, der den zehn Steinplatten Kunstasyl gewähren würde.
Von 25 Bewerbungen erhielt das Museum für Kommunikation Bern den Zuschlag. Damit war die Idee eines temporären Kunstasyls für die «Zehn Gebote Vol. 2» geboren. Seither wird das Werk durch hunderte Hände von Kunstasyl zu Kunstasyl geschoben – dorthin, wo sie Menschen zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Haltung, ihren Werten und ihrem Handeln und damit zur persönlichen Veränderung anregen kann.
Gebotsschieberinnen und -schieber: Die «Zehn Gebote Vol. 2» auf tagelanger Reise zu Fuss von Zürich durchs Berner Mittelland ins erste Kunstasyl.(Foto: Museum für Kommunikation).
Bisherige Stationen
Juli 2021–Mai 2023
Museum für Kommunikation, Bern (Kontext: Planetopia – Raum für Weltwandel, https://www.planetopia.ch)
Mai 2023–April 2027
Ehemaliges Hallenbad, Degersheim (Kontext: Problematischer Leerstand, Konfliktpotential)
Ab Mai 2027
TBD – nächstes Kunstasyl gesucht (Kontext??)